"Löwenstark!" Das Jazzfest 2017

Tausende Besucher im Kloster Himmelthal

Sonnenschein, fetzige Rhythmen, beste Laune

Jazz im Kloster: Lions Club bewirtet und unterhält zahllose Besucher in Himmelthal - Erlös wird für gemeinnützige Zwecke gespendet

Elsenfeld - Freitag, 26.05.2017

 

Strah­len­der Son­nen­schein, fet­zi­ge Rhyth­men der acht­köp­fi­gen Ori­on-Jazz­band und ein An­ge­bot an Es­sen und Trin­ken, das kei­ne Wün­sche of­fen ließ: So sieht das Er­folgs­re­zept aus, mit dem seit 23 Jah­ren der Li­ons Club Main-Spess­art-Obern­burg im idyl­li­schen In­nen­hof des Klos­ters Him­mel­thal ei­ne Ver­an­stal­tung aus­rich­tet, oh­ne die man sich am Un­ter­main Chris­ti Him­mel­fahrt gar nicht mehr vor­s­tel­len möch­te.

 

Die acht Musiker der Orion Jazzband treffen beim Lions-Fest auch heuer wieder genau den richtigen Ton im Himmelthaler Klosterhof. Foto: Heinz Linduschka

 

Radfahrer auf der ehemaligen Trasse der Spessartbahn konnten schon weit vor dem Kloster die ausdrucksstarken Saxofon-, Trompeten- und Posaunensoli hören. Die Orionband mit ihrer unverwechselbaren Bläser-Frontlinie unterhielt die weit über 1000 Besucher am Donnerstag mit einer schönen Mischung aus New-Orleans-Jazz, Dixieland, Bigband-Swing der 30er und 40er Jahre und modernen Arrangements.

Wer kurz nach 13 Uhr ankam, musste langsam und leise durch den Torbogen gehen, denn das Galli-Theater Odenwald hatte es auch heuer wegen des leichten Windes vorgezogen, auf eine Open-Air-Aufführung ihrer fantasievollen Märcheninszenierungen zu verzichten. Schade, denn der knappe Raum konnte die zahlreichen Kinder kaum fassen und die permanente Unruhe im Durchgang bietet keine idealen Voraussetzungen für einen konzentrierten Theatergenuss.

Böser Wolf mit Dialekt

Die Mädchen und Jungen, Mütter und Väter hatten trotzdem viel Spaß, als die Akteure ihre ganz spezielle Version des Märchens »Rotkäppchen« präsentierten. Den Kindern machte die Mischung aus alten Motiven und heutiger Sprache spürbar Freude, Lachsalven erklangen immer wieder, und ein böser Wolf mit Dialekt kommt offenbar auch gut an. Selbst die kleinsten Zuschauer konnten angstfrei das Märchen genießen, denn Großmutter und Rotkäppchen wurden von Wolf unsichtbar hinter dem Pult verschlungen.

Präsident Günter Goldhammer konnte auch 2017 mit »Jazz im Kloster« rundum zufrieden sein und darf mit »seinen« Lions auf einen erfreulichen Reinerlös hoffen, um erneut viel Gutes mit zielgerichteten Spenden vor Ort zu leisten. Nach 23 Jahren ist Vieles tatsächlich schöne Routine und ein Selbstläufer, was sich im Klosterhof abspielt. Dennoch soll es 2018, dann unter dem neuen Präsidenten Heinrich Seuffert, neben dem Bewährten auch zwei kleine, aber interessante Neuigkeiten geben: Das Galli-Theater soll dann wirklich eine Open-Air-Aufführung bieten und in der Klosterkirche werden am Nachmittag des Festes zwei fachkundige Führungen angeboten - möglicherweise sogar mit einem musikalischen »Schmankerl« zusätzlich zu all den Köstlichkeiten aus Küche und Keller. Man darf gespannt sein.

HEINZ LINDUSCHKA

 

 

 

»Hätte auf diesen Erfolg nicht gewettet«

Drei Fragen von Heinz Linduschka an Eberhard Kroth

Freitag, 26.05.2017

 

Eber­hard Kroth hat­te 1995 die Idee zu »Jazz im Klos­ter« und in­i­ti­ier­te da­mit ei­ne Er­folgs­ge­schich­te für den Li­ons Club Main-Spess­art Obern­burg, die bis heu­te an­dau­ert. 23 Jah­re spä­ter sprach un­se­rem Mit­ar­bei­ter Heinz Lin­dusch­ka mit Or­ga­ni­sa­tor Kroth dar­über, was sich aus den An­fän­gen ent­wi­ckelt hat.


Haben Sie 1995 geahnt, dass es »Jazz im Kloster« noch 2018 geben wird?
Wenn mir das damals jemand vorhergesagt hätte, hätte ich ihm nicht geglaubt. 1995 war das eine durchaus unsichere Geschichte. Viele mahnten beispielsweise, die Verbindung von Jazz und Kloster sei provozierend und passe nicht zueinander.

Was ist das Erfolgsgeheimnis?
Die ganz besondere Atmosphäre des Klosterhofs in Kombination mit Jazzmusik spielt sicher eine große Rolle. Entscheidend aber ist, dass unser Team seit 23 Jahren fast unverändert und mit großem Einsatz bei der Sache ist. Inzwischen ist das Fest fast schon ein Selbstläufer: Jeder weiß, was er tun muss, die Vorbereitung läuft nach bewährtem Muster, und wir schaffen es immer wieder, die weit mehr als 1000 Besucher, die jährlich kommen, so zu begeistern, dass sie fast ohne Werbung im nächsten Jahr wiederkommen.

Welchen Stellenwert hat diese Veranstaltung für des Lions Club Main-Spessart-Obernburg?
Sie ist wohl das wichtigste Standbein, damit wir gemäß unserem Motto »We serve« mit Spenden viel Gutes tun können. Bei Jazz im Kloster bleiben unterm Strich im Jahr 9000 bis 11 000 Euro Erlös - ein unverzichtbarer Anteil für unsere Unterstützung gemeinnütziger Projekte. Noch einmal: Wenn mir jemand gesagt hätte, dass wir einmal 130 Sitzgarnituren für rund 1000 Besucher aufstellen würden, hätte ich den vermutlich für verrückt erklärt. Aber um so schöner, dass es so gekommen ist.

 

 

Auch mit über 90 Jahren (unser Mitglied Rolf Imhäuser) sind die Lions im Einsatz auf dem Jazzfest!
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